Parkett und Fußbodenheizung – Ist das möglich?

Parkett und Fußbodenheizung

Parkett und Fußbodenheizung – passt das zusammen? Vielleicht haben Sie sich bei der Einrichtung Ihrer vier Wände selbst schon mit dieser Frage befasst. Parkett punktet nicht nur mit einer dekorativen Optik, sondern hat einen günstigen Wärmedurchlasswiderstand. Im Prinzip gute Bedingungen für den Einbau einer Fußbodenheizung – dennoch sollte im Hinblick auf einen energiesparenden Betrieb einiges beachtet werden. Im Folgenden finden Sie wichtige Tipps, wie die Kombination von Parkett und Fußbodenheizung gelingt.

Wie wählt man das richtige Parkett für eine Fußbodenheizung aus?

Parkett und Fußbodenheizung

Parkett vereint viele Vorteile in sich: Der Bodenbelag besticht durch sein edles Erscheinungsbild, lässt sich ohne viel Aufwand pflegen und trägt zu einem wohnlichen Ambiente bei. Um den Wohlfühlfaktor in den eigenen Wänden noch zu erhöhen und es im Winter angenehm warm zu haben, können Sie Ihr Parkett durch eine Fußbodenheizung ergänzen. Dies gilt jedoch nur für Warmwasser-Fußbodenheizungen, nicht für die elektrische Variante. Bei der Auswahl des richtigen Parketts für dieses Bauprojekt müssen Sie drei Faktoren berücksichtigen:

  1. Holzsorte: quell- und schwindarmes Holz verwenden
  2. Parkettdicke: max. 22 mm
  3. Parkettart: mehrschichtiges Parkett bevorzugen

Besonders gut für die Kombination mit einer Fußbodenheizung eignen sich Holzarten mit einem geringen Schwind- und Quellverhalten. Hier bieten sich beispielsweise Eiche, Nussbaum, Kirsche, Bambus, Thermoesche und einige Tropenhölzer an. Außerdem sollten Sie bei der Auswahl des Parketts darauf achten, dass die Angleichgeschwindigkeit der Holzfeuchte gering bis mittel ausfällt. Sogenanntes Mehrschicht-Parkett (auch Fertigparkett genannt) ist für die Kombination mit einer Fußbodenheizung vorteilhafter als Massivparkett, da es bei Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen weniger stark arbeitet. Dadurch profitieren Sie von einer geringeren Fugenbildung. Idealerweise wählen Sie dunkle Sortierungen mit einem überwiegenden Anteil von stehenden Jahresringen. Bei hellen Holzarten fällt die optische Beeinträchtigung bei gleicher Fugenbreite größer aus.

Welche Rolle spielt die Oberflächenveredelung der Parkettdielen?

Neben den oben genannten Kriterien sollten Sie auch die Oberflächenveredelung des Parketts beachten. Lackiertes Parkett ist weniger für eine Fußbodenheizung geeignet als geölte Hölzer. Durch die Lackversiegelung entstehen im Holz Luftpolster, die isolierend wirken und die Wärme im Material festhalten. Bei bestimmten Lacken kommt es zudem zu einer unerwünschten Seitenverleimung: Der Lack dringt in die Stoßfugen ein und verklebt die Parkettelemente untereinander. Das begünstigt die Entstehung von Abrissfugen. Wer dennoch nicht auf eine Versiegelung der Parkettdielen mit Lack verzichten möchte, sollte eine passende Grundierung verwenden und Lacke mit hoher Elastizität wählen.

Die Oberflächenveredelung mit Holzöl verschließt die Holzporen nicht und kommt daher eher für die Kombination mit einer Fußbodenheizung infrage. Entscheiden Sie sich für aushärtende Öle. Von Hartwachsölen sollten Sie lieber die Finger lassen, da Wachs auf erwärmten Oberfläche nur schwer oder gar nicht aushärtet. Das führt zu einem minderwertigen Schutz und einem erhöhten Pflegeaufwand des Parketts, da sich die Wachsschicht schnell abträgt und erneuert werden muss.

Wie verlegt man Parkett auf einer Fußbodenheizung?

Wenn Sie Parkett auf einer Fußbodenheizung verlegen möchten, ist die vollflächige Verklebung mit Abstand die beste Option. Diese Vorgabe ist so in der ÖNORM B 2242-7 festgeschrieben. Die Verklebung verhindert, dass Hohlräume zwischen Parkett und Untergrund entstehen. Manche Hersteller weisen ihr Parkett zwar explizit auch für die schwimmende Verlegung aus, hierbei entstehen allerdings isolierende Luftschichten zwischen Heizung und Parkett. Dabei geht viel Wärme und Energie verloren – die Heizkosten steigen.

Bei der vollflächigen Verklebung von Parkett auf Fußbodenheizung profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

  • optimale Wärmeübertragung
  • gute Tritt- und Raumschalldämmung
  • weniger Trenn- und Dehnungsfugen
  • einfache Abschleifmöglichkeit
Parkett und Fußbodenheizung

Und so gehen sie vor:

  1. Untergrund vorbereiten

Damit Parkett auf einer Fußbodenheizung verlegt werden kann, braucht es einen ebenen Untergrund. Unter Umständen müssen Sie Grundierungs- und Spachtelarbeiten vornehmen.

  1. Kleber aufbringen

Arbeiten Sie sich Reihe für Reihe vor. Bringen Sie den Kleber mit einem Zahnspachtel auf dem Untergrund auf. Verwenden Sie schubfesten, möglichst temperaturstabilen Parkettklebstoff.

  1. Parkett verlegen

Nun verlegen Sie das Parkett im Klebebett – je nach Produkt entweder mit Nut-Feder-System oder mit Klicksystem. Halten Sie dabei Dehnungsfugen von etwa 1-2 cm zur Wand ein. Diese werden nach Abschluss der Verlegung mit Sockelleisten überdeckt. Die Stirnseiten der Parkettdielen werden zusätzlich verleimt.

  1. Klebereste entfernen

Fast geschafft! Nun müssen Sie nur noch überschüssige Klebereste mit einem feuchten Tuch entfernen, bevor sie trocknen.

Weitere Details zur Verlegung von Parkett auf einer Fußbodenheizung finden Sie in der Verlegeanleitung des Herstellers. Gerne stehen wir Ihnen auch bei Fragen zur Verfügung oder empfehlen Ihnen einen Experten für die Verlegung des Parketts.

Was muss beim Heizen beachtet werden?

Wenn Sie Parkett und Fußbodenheizung kombinieren, kommt es auf das richtige Heizverhalten an, um den Boden zu schützen. Die Parkettdielen dürfen nicht überhitzen. Orientieren Sie sich darum an einigen Richtwerten beim Heizen:

  • Oberfläche des Heizstrichs: maximal 27-29°C
  • Parketttemperatur: etwa 23-24 °C
  • Raumtemperatur: 18-22 °C

Möglicherweise sind auch niedrigere Temperaturen ausreichend, um das Raumklima angenehm zu erwärmen, wenn Ihr Haus den aktuellen Energiesparverordnungen entspricht. Um die Heizkosten möglichst gering zu halten und Holzschäden durch Hitzestau zu vermeiden, sollten Sie auf großflächige Teppiche und schwere Möbel auf dem Parkettboden verzichten. Ebenfalls wichtig ist es, die Temperaturen möglichst konstant zu halten – das kommt sowohl dem Parkett als auch den Betriebskosten für Ihre Fußbodenheizung zugute.

Parkett und Fußbodenheizung

Sie haben weitere Fragen zum Thema Parkett und Fußbodenheizung? Bei Jungbluth in Neuss in der Nähe von Düsseldorf finden Sie eine große Auswahl an hochwertigem Parkett sowie kompetente Holzexperten, die Sie gerne umfangreich und individuell beraten.